Wie stark geht’s zur Sache? Einfacher Hebel, effektiver Hebel, Omega

Als Hebeleffekt eines Optionsscheins bezeichnet man ganz allgemein die Tatsache, dass der Schein die prozentualen Bewegungen des Basiswerts in der Regel stärker, also „gehebelt“ nachvollzieht. Achtung! Die prozentuale Hebelwirkung entfaltet sich natürlich im Gewinnfall und ebenso im Verlustfall.

Der sogenannte einfache (auch “aktuelle”) Hebel stellt lediglich das Verhältnis zwischen dem Kurs des Basiswertes und dem Kurs des Optionsscheins dar. Hier erfährt man also, wie viele Warrants für den Gegenwert einer Einheit des Underlyings erworben werden können.

Würde der Optionsschein die absolute Kursbewegung seines Basiswerts eins zu eins nachvollziehen, so könnte man am einfachen Hebel tatsächlich ablesen, um wieviel Prozent sich der Kurs des Warrants ändert, wenn der Kurs des Basiswertes um ein Prozent schwankt.

Ein Warrant vollzieht die Kursbewegungen des Underlyings aber immer nur mit dem Delta gewichtet nach. Und das notiert nun einmal nur bei sehr tief im Geld liegenden Scheinen (nahe) bei 1 bzw. -1. In allen anderen Fällen hat der einfache Hebel keine verlässliche Aussagekraft zur Einschätzung der zukünftigen Performance eines Optionsscheins.

Zur Berechnung des Omegas wird der einfache Hebel eines Warrants mit dem Delta multipliziert. So wird das Problem des einfachen Hebels berücksichtigt, dass der Optionsschein die absoluten Kursbewegungen des Underlyings eben nicht eins zu eins umsetzt. Letztlich erhält man mit dem Omega also eine Kennzahl, die eine Einschätzung erlaubt, um wieviel Prozent der Optionsschein steigen oder fallen wird, wenn sich das Underlying um ein Prozent bewegt. Synonyme für das Omega sind: effektiver Hebel, tatsächlicher Hebel, Leverage.