Warum Discount + Put und nicht Aktie + Put?

Statt sich bei der Kombination mit den begrenzten Gewinnchancen eines Discount-Zertifikats zu begnügen, könnte man doch besser gleich die zugrunde liegende Aktie mit dem Put absichern, oder nicht? Kann man machen, speziell wenn man die Aktie vielleicht langfristig halten möchte und nur die Anfangszeit bis zum hoffentlich erreichten Gewinnpolster absichern will.

Die Sache hat aber einen gewaltigen steuerlichen Haken, zumindest nach den mir vorliegenden Informationen. Wirklich belastbare Auskünfte passend zu Ihrer persönlichen Situation kann Ihnen nur Ihr Steuerberater geben. Allgemein gilt jedoch unter dem Regime der Abgeltungsteuer, dass Verluste aus einem Aktiengeschäft nicht mit Gewinnen aus einem Put-Optionsschein verrechnet werden können und umgekehrt. Will heißen: Wenn Sie Ihre Absicherung dringend brauchen, da Sie mit der Aktie tief ins Minus gerutscht sind, müssen Sie Ihren Gewinn aus dem Put-Optionsschein trotzdem versteuern. Als Ausgleich gegen den Aktienverlust bleibt also nur der Nachsteueranteil des Put-Gewinns übrig. Und das ist zu wenig. Auf dem Aktienverlust bleiben Sie also zum erheblichen Teil sitzen, weil er in einen eigenen Verlustverrechnungstopf wandert.

Der Verlust aus einem offensiven Discount-Zertifikat (Derivat) wird hingegen mit dem Gewinn aus einem Put-Optionsschein (Derivat) verrechnet. Und umgekehrt genauso. Wenn also alles gut läuft, gibt es einen zu versteuernden Gewinn aus dem Discounter, der aber um den Verlust aus dem Put vermindert wird. Hier scheint nach den aktuell vorliegenden Informationen kein steuerlicher Haken zu existieren. Fragen Sie jedoch Ihren Steuerberater. Nur er kann Ihnen unter Berücksichtigung ihrer individuellen Situation eine belastbare Auskunft geben.

Aufpassen müssen allerdings Anleger, die unbedingt die automatische Abrechnung durch den Emittenten am Laufzeitende nutzen möchten. Unter dem steuerlichen Aspekt ist dann darauf zu achten, dass das Discount-Zertifikat unter dem Cap einen Barausgleich (Cash Settlement) und nicht etwa eine Aktienlieferung vorsieht. Um diese Frage zu umgehen, sollte man einfach grundsätzlich den eigenständigen Positionsausstieg spätestens kurz vor der finalen Bewertung durch den Emittenten einplanen, speziell wenn die Aktie unter dem Discounter-Cap notiert. Dieser eigenständige Ausstieg hat auch den entscheidenden Vorteil, dass man bei der Produktauswahl nicht auf die absolut exakte Übereinstimmung der Laufzeiten von Discounter und Put Wert legen muss.

Das Abwarten bis zur automatischen Emittentenabrechnung steht aber ohnehin kaum zur Debatte. Denn entweder ist die Discount+Put-Kombination schon deutlich vor dem Laufzeitende im positiven Sinne fast ausgereizt. Oder es ist im Negativszenario unter realistischen Erwägungen kein Entkommen mehr aus dem begrenzten Verlust zu erwarten. Oder man bewegt sich irgendwo dazwischen, bestimmt den Ausstiegszeitpunkt aber lieber selbst als ihn sich vom Emittenten durch den Bewertungszeitpunkt vorschreiben zu lassen.

Bildquelle: bestwarrants-trading.de