So funktionieren Aktienanleihen

Zinssatz und Zinsbetrag

Eine überdurchschnittliche, exakt definierte und von der Börsenentwicklung unabhängige Zinszahlung am Ende der festgelegten Laufzeit ist das Herzstück einer Aktienanleihe. Der verwendete Zinssatz (oft auch als Kupon bezeichnet) wird dabei als jährliche Größe mit dem entsprechenden Zusatz „p.a.“ angegeben. Darauf basierend ergibt sich der zur Auszahlung bestimmte Zinsbetrag anhand der tatsächlichen Laufzeit (Zinsperiode) bezogen auf den Nennbetrag von meist 1.000,00 Euro.

Kaufpreis

Zum Emissionszeitpunkt muss der Käufer pro Papier den Nennbetrag investieren. In manchen Fällen ist zusätzlich ein Ausgabeaufschlag vorgesehen.

Während der Laufzeit wird der aktuelle Kurs der Aktienanleihe in Prozent angegeben. Dieser Prozentsatz bezieht sich auf den Nennbetrag. So könnte ein Papier zum Beispiel bei 95,00 Prozent oder etwa bei 102,50 Prozent notieren. Beim Kauf wären dann 950,00 Euro bzw. 1.025,00 Euro als aktuelle Bewertung des Nennbetrags von 1.000,00 Euro zu zahlen.

Ferner ist beim Einstieg während der Laufzeit bereits ein Bruchteil des Kupons aufgelaufen, der in Form von sogenannten Stückzinsen beglichen wird. Wer eine Aktienanleihe vorzeitig verkauft, erhält diese Stückzinsen.

Maximale Auszahlung

Zum Rückzahlungstermin fließen der feste Zinsbetrag und im angestrebten Szenario der vollständige Nennbetrag auf das Konto des Anlegers. Die Summe dieser beiden Komponenten ergibt die maximal erreichbare Gesamtauszahlung der Aktienanleihe.

Rendite

Bezieht man die in Aussicht stehende Gesamtauszahlung auf den Kaufpreis der Aktienanleihe, resultiert der maximal erzielbare Ertrag, beziehungsweise auf ein Jahr bezogen die Maximalrendite p.a. Mehr kann mit dem jeweiligen Papier nicht erwirtschaftet werden. Der Produkttyp eignet sich somit für Anleger, die absehbare Erträge anstreben. Zur Partizipation an eventuell steigenden Börsenkursen sind Aktienanleihen allenfalls in bestimmten Konstellationen geeignet.

Rückzahlung des Nennbetrags

Bei einer herkömmlichen Staats- oder Unternehmensanleihe ist allein die Zahlungsfähigkeit des Schuldners für die Nennbetragstilgung entscheidend. Hier unterscheiden sich Aktienanleihen gravierend, denn die Rückzahlung des Nennbetrags hängt von der Kursentwicklung des jeweiligen Basiswerts ab.

Dafür ist von vornherein ein Basispreis definiert. Am Bewertungstag zum Ende der Laufzeit wird nun überprüft, ob der Kurs der zugrunde liegenden Aktie auf oder über dem Basispreis notiert. Ist dies der Fall, wird neben der Zinszahlung auch der Nennbetrag vollständig in bar erstattet. Die angestrebte Maximalrendite der Aktienanleihe wird dann erfolgreich realisiert.

Je höher der Basispreis zu Anfang festgelegt wurde, desto ambitionierter wird die Behauptung bzw. Überwindung dieses Niveaus am Bewertungstag. Außerdem kann während der Laufzeit eine Konstellation entstehen, die der Aktie zur finalen Basispreisbehauptung einiges abverlangt. Grundsätzlich wächst mit der Höhe des Basispreises die mit der Aktienanleihe erzielbare Rendite aufgrund eines hohen Kupons oder/und aufgrund einer vergleichsweise geringen prozentualen Notierung des Nennbetrags.

Ist der Börsenkurs der zugrunde liegenden Aktie am Bewertungstag niedriger als der Basispreis, erhält der Anleger statt der Nennbetragsrückzahlung in bar eine von vornherein festgelegte Anzahl an Aktien übertragen. Aktienbruchteile werden in bar beglichen. Der Anleger hat nun Aktien, deren aktueller Gesamtwert nicht den Nennbetrag von 1.000,00 Euro erreicht. Welcher Prozentsatz des Nennbetrags beim Einstieg tatsächlich bezahlt wurde und inwieweit der erhaltene Zinsbetrag den Verlust bei der Nennbetragsrückzahlung ausgleichen kann, entscheidet jetzt über das immer noch positive oder bereits negative Ergebnis des Investments. Selbstredend können die erhaltenen Aktien aber in der Erwartung einer Erholung beliebig im Depot des Anlegers verbleiben. Im schlechtesten Fall wären die übertragenen Aktien beispielsweise nach einer Unternehmensinsolvenz wertlos.

Emittentenrisiko

Der jeweilige Emittent, meist eine große Bank, ist Herausgeber seiner individuell konstruierten und auf verschiedene Basiswerte bezogenen Aktienanleihen und damit verantwortlich für die reibungslose Abwicklung des jeweiligen Produkts. Käme es zu einer Zahlungsunfähigkeit des Emittenten, könnte die jeweilige Aktienanleihe nicht wie geplant bedient werden. Hierbei bestünde die Gefahr eines Totalverlusts des eingesetzten Kapitals.

Bildquelle: bestwarrants-trading.de