Short Strangle RUT Call 25 Put 20 DTE 60

Short Strangle RUT

In diesem Beitrag betrachten wir aktuelle Entwicklungen der Optionsstrategie Short Strangles auf RUT (Russell 2000 Index), die wir in unserem Research einer langjährigen Rückrechnung seit 2007 unterzogen haben. Den zugehörigen Beitrag erreichen Sie hier.

Aktuelle Beobachtungen

Trade ab 28.11.2018

Gemäß des Backtesting-Regelwerks wurde parallel zur Gewinnrealisierung am 28.11.2018 auch gleich ein neuer Short Strangle eröffnet. Verkauft wurden Optionen mit Laufzeit bis 31.01.2019 (64 DTE), der Call-Strike liegt bei 1.610 und der Put-Strike bei 1.420 Punkten. Als Verkaufspreise wurden 16,45 USD (Call) und 17,45 USD (Put) realisiert, sodass sich eine Prämieneinnahme von 3.390 USD ergibt.

Gewinnrealisierung am 28.11.2018

Dass ausgerechnet am Tag der US-Kongresswahlen, dem 06.11.2018, ein neuer Short Strangle aufgesetzt wurde, hat nicht geschadet, ganz im Gegenteil. Aufgrund der hohen Nervosität mit Blick auf den Wahlausgang wurde die Position auf einem hohen Vola-Niveau eröffnet. Der Marktrückschlag bis 20.11. wurde gut verkraftet und hat zu keinem Zeitpunkt zu größeren Zwischenverlusten geführt. Selbstverständlich wurde der verkaufte Call bei den kräftigen Indexverlusten schon fast wertlos und durch den verkauften Put hatte der Short Strangle vorübergehend ein hohes, positives Delta. Von einem Stop Loss-Ereignis blieb die Aktion jedoch meilenweit entfernt. Die Markterholung brachte dann schnell Gewinne. Zum Tagesschluss am 28.11. konnten der Call 1.635 und der Put 1.445 für weniger als 50 Prozent der ursprünglichen Prämieneinnahme (3.265 USD) zurückgekauft werden. Das Gewinnziel war also erreicht. Konkret gelang die Positionsschließung zu 1.460 USD (Call 3,45 USD, Put 11,15 USD; BZV 100), sodass sich der realisierte Gewinn auf 1.805 USD beläuft.

Trade ab 06.11.2018

Die Gewinnrealisierung am 06.11.2018 führte direkt zu einer Neupositionierung ausgerechnet am Tag der US-Kongresswahlen. Starke Marktausschläge infolge des Wahlergebnisses könnten den neu aufgesetzten Short Strangle natürlich hart treffen. Ebenso sind aber gewinnbringende Volatilitätsrückgänge aufgrund einer allgemein abnehmenden Nervosität denkbar. Verkauft wurden Optionen mit Laufzeit bis 31.12.2018 (55 DTE), der Call-Strike liegt bei 1.635 und der Put-Strike bei 1.445 Punkten. Als Verkaufspreise wurden 15,30 USD (Call) und 17,35 USD (Put) realisiert, sodass sich eine Prämieneinnahme von 3.265 USD ergibt.

Short Strangle Backtesting RUT

Gewinnrealisierung am 06.11.2018

Der Short Strangle seit 10.10.2018 hat knapp einen Monat nach der Aufsetzung sein Gewinnziel erreicht und leistet damit seinen Beitrag zur 83-prozentigen Trefferquote des Backtestings. Zwischenzeitlich lag die Position stark im Verlust, aber zuletzt hatte sich der Russell 2000 Index wieder bis in die Mitte der Strikes emporgekämpft (Call 1.650, Put 1.470). Gegen Handelsschluss des 06.11.2018 kostete ein Rückkauf der beiden Optionen nur noch 13,55 USD. Das waren weniger als 50 Prozent der ehemaligen Prämieneinnahme von 31,10 USD, sodass die Position mit einem Gewinn von 1.755 USD geschlossen wurde.

Zwischenbericht 02.11.2018

Mit der Erholung des Russell 2000 auf knapp 1.550 Punkte am 02.11.2018 hat sich diese Position wieder erheblich verbessert und ist in den Gewinn gelaufen. Der Screenshot in Grafik 7 zeigt die aktuelle Situation. Der Indexstand liegt fast wieder inmitten der Strikes. Das Positionsdelta ist immer noch positiv. Eine Schließung wäre im Bereich um 17,00 bis 17,50 USD mit knapp 1.400 USD Gewinn möglich. Das 50-prozentige Gewinnziel bezogen auf die Prämieneinnahme ist also schon recht nahe gerückt.

Short Strangle Backtesting RUT

Gut möglich, dass dieser jüngste Beispiel-Trade noch seinen Beitrag zur mehr als 80-prozentigen Trefferquote aus dem Backtesting leistet. Man darf hierbei aber nicht vergessen, dass er im Oktober einige tausend USD im Verlust lag, selbst wenn der Stop Loss per Tagesschluss nicht ausgelöst wurde. Je nach Kontogröße ist das für den Trader eine erhebliche psychische Belastung.

Trade ab 10.10.2018

Am 10.10.2018 wurde unmittelbar eine neue Position eröffnet. Laufzeit diesmal 30.11.2018 (nur 51 DTE, aber näher an 60 DTE als die zu diesem Zeitpunkt nächste verfügbare Laufzeit 21.12.2018). Verkauft wurden Call 1.650 und Put 1.470 für eine Gesamt-Prämie von 31,10 USD, also 3.110 USD. Die gestiegene implizite Volatilität führte zur attraktiveren Einnahme.

Zwischenzeitlich lag auch diese Position stark im Verlust. Schließlich ist der Russell 2000 von anfänglich 1.575 Punkten noch bis in den Bereich um 1.460 Punkte weiter gefallen. Der Verluststop wurde jedoch nicht aktiviert. Laut Backtesting-Daten kostete der Rückkauf beider Optionen also zum Tagesschluss bisher nie mehr als 5.909 USD.

Trade ab 12.09.2018

Am 12.09.2018 hatte die Strategie zuletzt einen Gewinn realisiert und wechselte sofort in eine neue Position. Mit Laufzeit 16.11.2018 (65 DTE) wurden verkauft: Call 1.775 und Put 1.620 mit einer Gesamt-Prämie von 26,60 USD, mithin 2.660 USD Einnahme. Am 10.10.2018 erreichte diese Position zum Handelsschluss den Verluststop und wurde zu 6.215 USD geschlossen.

Der Verlust betrug 3.555 USD. Der Russell 2000 Index war während der Haltedauer von 1.716 auf 1.575 Punkte um über acht Prozent gefallen. Diese Position hat also eine erhebliche Abwärtsstrecke des Index mitgemacht, bis es endlich zur Verlustbegrenzung kam.

Der 10.10.2018 war ein dramatischer Verlusttag an den Börsen. Der Russell 2000 brach um knapp drei Prozent im Tagesverlauf ein. Bei der Verlustrealisierung wurden der Call für 0,55 USD und der Put für 61,60 USD zurückgekauft. Die ehemals eingenommene Put-Prämie hatte sich um den Faktor 4,35 verteuert. Der Call war fast wertlos. Hätte man in der Realität früher eingegriffen? Vermutlich ja. Selbst bei unverändertem Festhalten am Short Put hätte sich ein Herunterrollen des Calls für zusätzliche Prämieneinnahmen angeboten.