Das MACD-Histogramm

Eine weit verbreitete, vermeintliche Verbesserung bei der Analyse des MACD ist die Berechnung des MACD-Histogramms. Die Differenz des MACD von seiner Triggerlinie wird hier als Histogramm abgetragen, das um die Nullinie schwankt. Das Ziel liegt im frühzeitigen Erkennen einer Annäherung des MACD an seine Triggerlinie. Diese zeigt sich, wenn sich die Werte des MACD-Histogramms nach einer vorherigen Entfernung von der Nullinie nun wieder auf die Nullinie zubewegen. Signale sollen demnach schon erzeugt werden, bevor der MACD seine Triggerlinie kreuzt. Die Abbildung unten zeigt beispielhaft diese Vorgehensweise, wobei steigende (grün) und fallende (rot) Werte des MACD-Histogramms unterschieden werden.

Die Anzahl möglicher Signale bei einer Verlaufsanalyse des MACD-Histogramms steigt im Vergleich zur Standardinterpretation des MACD. Zudem werden die Signale deutlich früher generiert, was letztlich Sinn dieser Interpretationsmethode ist. Die Trefferquote bleibt aber ähnlich wie bei der Standardinterpretation des MACD relativ gering.

Fraglich ist, ob durch ein solches Ausnutzen jeglicher Interpretationsmöglichkeiten des MACD-Indikators die Schwächen des Konzeptes an sich gelöst werden können. Diese Schwächen sind darin begründet, dass einfache Exponential Moving Averages, die ja den Kern des Indikators bilden, mit einem zeitlichen Lag auf die Kursbewegungen des Basistitels reagieren. Interpretationsverfahren wie das MACD-Histogramm versuchen nichts anderes als dieses zeitliche Lag zu umgehen. Sie können das eigentliche Problem jedoch nicht lösen. Der Sinn solcher Verfeinerungen des MACD-Konzeptes muss demnach bezweifelt werden.

MACD-Histogramm Beispiel