Der MACD

Der Moving Average Convergence/Divergende (MACD) gehört zu den beliebtesten Indikatoren der technischen Analyse überhaupt. Von Praktikern wird der MACD sowohl in der Grundform als auch in mehreren Verfeinerungen unter Einbeziehung fast aller Interpretationsmethoden der technischen Analyse verwendet. Betrachtet man das einfache Grundkonzept des MACD, so muss die Aussagekraft dieser vielfältigen Interpretationsmethoden in Frage gestellt werden. Hier zeigt sich, mit welchen phantasievollen Methoden beliebte Indikatoren untersucht werden, um die vermeintlich besten und schnellsten Informationen aus dem Indikatorverlauf herauszulesen. Das kritische Hinterfragen, ob der Indikator aufgrund seiner Berechnungsmethode überhaupt in der Lage sein kann, all diese Informationen bereitzustellen, unterbleibt in der meist von Praktikern verfassten Literatur.

Der von Gerald Appel entwickelte MACD ist in seiner Grundform genauso wie der Price Oszillator nichts anderes als die Differenz aus einem schwach geglätteten exponentiellen gleitenden Durchschnitt und einem stärker geglätteten EMA.

MACD Indikator Formel

Beim MACD stehen nicht die Kreuzungspunkte der exponentiellen gleitenden Durchschnitte im Mittelpunkt, die sich in einem Durchkreuzen der Nullinie durch den MACD zeigen würden. Vielmehr wird die Untersuchung der Konvergenz bzw. Divergenz der beiden Moving Averages betrieben. Eine Divergenz, die sich in einer fortschreitenden Entfernung des MACD von der Nullinie zeigt, spricht für eine Verstärkung der Trendbewegung im untersuchten Basistitel. Eine Konvergenz der Exponential Moving Averages und damit Annäherung des MACD an die Nullinie spricht dagegen für eine Abschwächung der Trendbewegung des Basistitels, woran eine Trendwende in der Kursbewegung deutlich werden soll. Um Phasen der Konvergenz und Divergenz frühzeitig zu erkennen, wird der MACD zusammen mit einer Triggerlinie analysiert. Diese besteht wiederum aus einer exponentiellen Glättung des MACD, die standardmäßig über ein Periodenäquivalent von 9 Tagen bzw. Wochen gebildet wird.

Mithilfe der Triggerlinie sollen nun Zeitpunkte angezeigt werden, an denen ein Wechsel von der trendmäßigen Divergenz zur Konvergenz der Exponential Moving Averages zu erwarten ist. Diese Zeitpunkte sind entsprechend der üblichen Analyse von gleitenden Durchschnitten an den Kreuzungspunkten des MACD mit der Triggerlinie zu finden. Wenn der MACD im negativen Wertebereich die Triggerlinie von unten nach oben schneidet, wird dies als Beginn einer trendmäßigen Annäherung der Exponential Moving Averages interpretiert, wobei der schwach geglättete Durchschnitt entsprechend der Erwartung bald den stärker geglätteten Durchschnitt von unten nach oben durchkreuzen wird. Dieses Durchkreuzen ist letztlich das bestätigende Signal für einen Aufwärtstrend und zeigt sich in einem Übergang des MACD in den positiven Wertebereich. Mit Hilfe der Triggerlinie soll dieser Aufwärtstrend schon im Vorhinein erkannt werden. Für Verkaufsignale erfolgt die Interpretation genau umgekehrt. Die Divergenz der Exponential Moving Averages wechselt trendmäßig zu einer Konvergenz, wenn der MACD die Triggerlinie im positiven Wertebereich von oben nach unten kreuzt.

Die Aussagekraft der Signale des MACD mit seiner Triggerlinie wird am höchsten eingeschätzt, wenn sich MACD und Triggerlinie in einem möglichst hohen Abstand zur Nullinie bewegen, sodass aus einer stark ausgeprägten Trendbewegung eine Gegenreaktion erwartet wird.

MACD Indikator